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Willkommen in der Pfarre Dirnelwiese


Eine provozierende Frage: Möchten Sie eine Heilige, ein Heiliger sein?

Sind das nicht Sonderlinge der Extraklasse? Ist das nicht eine Elitegruppe von Ausnahmemenschen? Das Evangelium des Allerheiligentages von den "Seligpreisungen" Jesu ist aber gerade ein Wegweiser zur Heiligkeit und wendet sich an alle, die glücklich ("selig") sein wollen. Was nicht heißt, dass der Weg bequem und mühelos ist.

"Vor Gott arm sein, Leid tragen, sanftmütig sein, Sehnsucht haben, barmherzig sein, reinen Herzens sein, Frieden Stiften und standhaft sein" – die Seligpreisungen zeigen uns also wie in einem Brennpunkt, wie man den Glauben findet und was der Glaube bewirkt. Alles fängt mit den leeren Händen vor Gott an, denn dann kann er uns beschenken. Gott gibt uns keine billigen Vertröstungen im Hinblick auf die Zukunft, sondern mutet uns zu, ermuntert uns, die Gegenwart zu verändern, weil Gott mit uns im Bund ist, weil wir seine Verheißung haben. Das ist ein hohes Ideal, gewiss. Die Seligpreisungen sehen die Welt vom Ende her. Sie zeigen uns das Ziel und erlauben uns einen Blick in den "neuen Himmel und die neue Erde". Diese endzeitliche Verheißung gilt aber bereits jetzt, da mit Jesus die Herrschaft Gottes schon begonnen hat.

Die Christen sind dazu berufen, am Kommen dieser neuen Welt durch Güte, Barmherzigkeit, Friedenstiftung etc. mitzuwirken. Das ist aber in einer Welt, in der Hass und Gewalt zunehmen, so wichtig wie schon lange nicht.


Maria Kiener